Projektgruppe trifft sich zum Thema „Strategien zum Schutz von bodenbrütenden Vögeln vor Fressfeinden“ – Exkursion zum Prädationsmanagement im Rahmen von Better BirdLIFE in Verbindung mit dem Projekt LIFE Wadden Sea Birds

Projektgruppe trifft sich zum Thema „Strategien zum Schutz von bodenbrütenden Vögeln vor Fressfeinden“ – Exkursion zum Prädationsmanagement im Rahmen von Better BirdLIFE in Verbindung mit dem Projekt LIFE Wadden Sea Birds

Im Rahmen des Vogelschutzprojekts Better BirdLIFE fand kürzlich ein Fachseminar zur Praxis des Prädationsmanagements für die internationale Projektgruppe statt. Die Veranstaltung wurde in enger Kooperation mit dem LIFE Wadden Sea Birds Projekt organisiert, das bedrohte Vogelarten im Wattenmeer durch gezielte Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Lebensräume, zur Förderung der Artenvielfalt und ebenfalls durch Prädationsmanagement schützt. Organisiert und durchgeführt wurde die Exkursion von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Kooperation mit Partnerverbänden aus Schleswig-Holstein. Die Stiftung Naturschutz ist Partner in beiden EU-geförderten Projekten. Dies machte den Wissensaustausch über beide Projekte hinweg möglich.

Ziel der Exkursion war es, verschiedene Maßnahmen zum Schutz von Gelegen und Jungvögeln in der Praxis kennenzulernen. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf innovativen Methoden des Prädationsmanagements zum Schutz von Bodenbrütern vor Beutegreifern wie Fuchs oder Marderhund.

Der erste Halt führte die Teilnehmenden an die Nordsee in den Beltringharder Koog. Dort gaben Dagmar Cimiotti und Leyf Lindemann von der Integrierten Station Westküste (LFU) einen fundierten Einblick in das Gebiet mit einem permanenten Gelegeschutzzaun, sowie aktuelle Brutvogelzahlen. Robert Schröter vom Naturschutzverein Dümmer e.V. stellte anschließend das jagdliche Prädatorenmanagement vor. Oliver Granke von der Stiftung Naturschutz informierte über Schutzmaßnahmen für Wiesenvögel, insbesondere über das Wassermanagement mittels einer mobilen solarbetriebenen Pumpe und die verschiedenen Gelegeschutzzäune, die im Rahmen des LIFE-Limosa-Projekts installiert wurden.

Anschließend ging es weiter an die Ostsee nach Oehe-Schleimünde, wo sich das Augenmerk ebenfalls auf den Schutz der stark gefährdeten Strandbrüter richtete. Nach dem Hochwasserereignis im Oktober 2023 haben Sandablagerungen dort zu einer ganz neuen Dynamik geführt, mit guten Bedingungen für seltene Vogelarten. Steffen Gruber und Dieter Wilhelm vom Verein Jordsand e.V., Projektleiter Oliver Granke sowie der Ornithologe Michael Fischer, der im Projekt das Schlupferfolgsmonitoring betreut, präsentierten dort die eingesetzten mobilen Gelegschutzzäune, die zwei Flächen mit insgesamt 2,7 Hektar schützen. Besonders eindrucksvoll war die Sichtung von über 20 Brutpaaren der seltenen Zwergseeschwalbe. Diese stellen rund 20 % der Gesamtpopulation an der Schleswig-Hosteinischen Ostseeküste dar. Ein riesen Erfolg für den praktischen Naturschutz. Unter anderem wurden noch Brutflöße und Maßnahmen zum Gebietsmanagement mit Beweidung und zur Entfernung der invasiven Kartoffelrose (Rosa Rugosa) vorgestellt. Alle diese Elemente wurden durch Better BirdLIFE ermöglicht.

„Diese Exkursion hat nicht nur wertvolle Einblicke in die praktische Umsetzung des Prädationsmanagements vermittelt, sondern auch den Austausch zwischen den beteiligten Projekten gefördert.“, so Organisator Oliver Granke. „Die enge Zusammenarbeit und das Engagement aller Beteiligten zeigen, das koordinierter Artenschutz vor Ort funktionieren kann.“